Erst der Ausbau der heutigen Nationalstraße und die Fortschritte in der Verwendung der Wasserenergie ließen nach und nach die Brillenindustrie sich entwickeln, haben das Schicksal der Stadt „geschmiedet“.

In einer Schmiede soll tatsächlich hier vor etwas mehr als 200 Jahren das erste Brillengestell aus einem Nagel entwickelt worden sein und den Anfang der die Stadt bestimmenden Industrie gesetzt haben. Heute noch zählt man an die 30 Unternehmen, die mit der Brillenfertigung und Zubehör zu tun haben. Sie beschäftigen 2500 Personen und haben ein Wirtschaftsvolumen von 1,5 Mio Francs [davon die Hälfte im Export], was mehr als die Hälfte der gesamtfranzösischen Ergebnisses in dieser Sparte darstellt. Voller Stolz nennt sich Morez deshalb „Capitale de la lunette“


Beim Besuch des Musée de la Lunetterie kann man verfolgen wie sich die Brille von einem Gebrauchsgegenstand zu einem Modeaccessoire entwickelt hat. Dort findet man ebenso Maschinen und Werkzeuge vom Anfang des 20. Jhdts anhand derer man die Stadien der Brillenfertigung beobachten kann.

Name geht auf Etienne Morel zurück, der hier 1563 seine ersten Werkstätten einrichtete und das Gefälle der Bienne als Energieträger benutzte.

Ort wird im 16. Jhdt unter dem Namen Combe-Noire erwähnt, später Combe à Morel, danach „Morel-sous-Morbier" schließlich "Morey” und „Morez” genannt

Entwicklung einer „Industrie” ab diesem Zeitpunkt: Mühlen, Schmieden und Erzhütten, Sägereien, Nagelfabriken

Seit dem 17. Jhdt Uhrenherstellung

Seit dem 18. Jhdt, in verstärktem Maße im 19. Jhdt Email- und Brillenindustrie


Zitat aus dem Jahre 1806: Den Kanton von Morez kann man sich als eine einzige große Werkstatt vorstellen, in der an verschiedenen Orten Handwerker verschiedener Sparten arbeiten. Jeder arbeitet bei sich zu Hause mit seinen eigenen Werkzeugen, wie etwa die Uhrmacher, die Spinnerinnen, die Uhrkastenmacher, die Pfeifenmacher und die Nägelmacher: alle bringen ihre Produkte dann zum Händler..




Einwohnerzahl im 16. Jhdt etwa 100

zu Beginn des 18. Jhdts etwa 400

zur Zeit der Französischen Revolution [1789] über 1200



Gründung einer Uhrmacherschule 1855

Ab 1895 Gewerbeschule, mit einer Spezialabteilung Optik, die 1933 zur Gründung einer Optikerschule [Ecole Nationale d’Optique] führt, die erste in ganz Frankreich. 




Demnächst erfahren Sie hier zwei verschiedene Versionen über die Ansiedlung des Herrn Morel. Warum Cäsar die Gegend gemieden hat, darüber was es mit sich brachte, dass Morez in zwei Pfarreien aufgeteilt war, über Kriege und Streitigkeiten und und und..... 

 

Kurze Geschichte der Eisenbahn 
Seit 1845 kämpften die Stadtverwaltung und die Industriellen in Morez um einen Anschluss an das Schienennetz. !867 war das Teilstück Andelot-Champagnole fertiggestellt, Morez bemühte sich um eine Verlängerung dieser Strecke. Der Conseil Général weigerte sich eine Machbarkeitsstudie zu erstellen mit der Behauptung, der Personen- und Warenverkehr sei zu gering, das Berggefälle zu steil.

Von 1890 bis 1900 wurde diese Strecke doch gebaut, die Kosten waren sehr hoch, besonders für das Teilstück zwischen Morbier und Morez, denn hier muss der Zug auf der kurzen Entfernung von weniger als 2 Kilometern 125 Meter Höhenunterschied meistern.

Zur Lösung des Problems wurden drei Viadukte errichtet und mehrere Tunnels gegraben, das längste in Form eines Hufeisens. Zwei Millionen Francs betrugen die Baukosten, für damalige Verhältnisse eine beträchtliche Summe. Mit großem Pomp wurde 1900 der Bahnhof von Morez eingeweiht.. 1912 wurde die Linie nach St.-Claude verlängert, dazu der Viadukt in Morez-bas gebaut. 






Auch von Morez zur schweizerischen Grenze [La Cure – Saint-Cergue] gab es für kurze Zeit eine Eisenbahnlinie, wobei die Schweizer in Plan und Durchführung schneller und ausdauernder waren als die französische Seite. Dort begann man 1912 mit dem Bau der Linie ab Nyons, die 1917 mit dem Grenzort La Cure fertiggestellt war.

Auf der französischen Seite begann man 1913. Der 1. Weltkrieg unterbrach die Arbeiten. 1921 war der Anschluss an das schweizerische Netz hergestellt. Bis 1924 setzt die französische Seite keine Fahrzeuge ein, diese werden von der schweizerischen Seite gestellt. Auch das Elektronetz [2200 Volt im Trolley-System] wurde von der Schweiz aus gespeist. 1958 wurde die Linie auf französischer Seite eingestellt, durch eine Buslinie ersetzt.





Auch heute noch sind die Spuren dieser Linie deutlich zu sehen: das Photo des selben Tunneleingangs entstand 2001 an der N5 zwischen Morez und Les Rousses